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Ein vergessenes Schiff. Eine Kriegerin. Ein Krieg, den niemand kommen sieht.

Offizielle Web-Site der Romi-Saga

by R. B. Sterling

♪ TRAILER SOUNDTRACK (Music by Giltur):

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Leseprobe: Klingen im Thronsaal

Die beiden Krieger an seiner Seite machen einen Schritt nach vorne; ihre Klingen ziehen leise über das Eisen des Throns: ein drohendes Scharren.

Romi kontrolliert ihre Atmung.

Er versucht, mich klein zu machen. Der Gedanke ist glatt, ohne jede Regung. Er begreift nicht, dass er längst unter mir steht.

„Deine Armee war nie eine Armee, Lord“, sagt sie kühl. „Es ist nur ein Haufen Männer, deren Wille du gebrochen hast. Mehr hält sie nicht zusammen.“

Der Lord lächelt dünn. „Zeigt ihr, dass Fleisch mehr wert ist als eine Legende.“

Die beiden Riesen setzen sich gleichzeitig in Bewegung. Romi schließt für einen winzigen Moment die Augen. In ihrem Geist hört sie Jeffs Stimme: „Nutze die Trägheit ihres Stolzes. Eisen ist hart, aber spröde, wenn es auf den richtigen Winkel trifft.“

Der linke Kämpfer holt zu einem wuchtigen Schlag aus. Romi tritt einen Schritt in seinen Schlagkreis hinein. Mit einer blitzschnellen Bewegung führt sie ihr rechtes Katana gegen die Flanke seines schweren Eisenschwerts. Ein trockner, scharfer Knack hallt durch den Saal; der minderwertige Stahl zersplittert wie Glas.

Diesen Moment nutzt sie gnadenlos aus. Mit einer fließenden Drehung wirbelt sie herum und zieht das linke Katana in einer aufsteigenden Diagonale durch seinen Brustkorb. Da sie so nah am Gegner steht, bricht eine Welle aus warmem, dunklem Blut über sie herein. Schwere Spritzer treffen ihren schwarzen Kampfanzug und ziehen nasse Spuren über das Gewebe. Auch ihre Hände und die fingerlosen Handschuhe werden von der klebrigen Flüssigkeit überzogen. Der Mann bricht zusammen und ist tot, bevor er den Boden berührt.

Der zweite Kämpfer erstarrt für einen Moment, doch sein Blick fixiert nicht den fallenden Kameraden, sondern das Blut auf Romis Haut und Kleidung. Er sieht die roten Flecken in ihrem Gesicht, und ein animalisches Grollen entweicht seiner Kehle. Seine Wut steigert sich ins Unermessliche; für ihn ist es ein Sakrileg, dass das Blut eines Kriegers die Haut dieses Mädchens befleckt. Er stürzt sich mit blinder Raserei auf sie.

Romi liest seinen Zorn. Deine Wut macht dich berechenbar.

In der drückenden Hitze der Thronhalle spürt sie bereits, wie das Blut auf ihren Wangen klebrig wird und zu trocknen beginnt. Es spannt auf ihrer Haut wie eine fremde Maske. Mit ihrem linken Katana fängt sie seine schwere Klinge ein und leitet die Wucht nach unten ab. Das spröde Eisen bricht mit einem hässlichen Kreischen. Noch während die Bruchstücke über den Boden rutschen, vollendet Romi die Bewegung. Ihr rechtes Katana schnellt vor. Ein einziger, hauchdünner Schnitt zieht sich über die Halsschlagader des Riesen. Die Fontäne spritzt direkt in Romis Richtung. Sie weicht nicht aus; weitere dunkelrote Punkte sprenkeln ihr Gesicht und ihr Stirnband.

Der Mann lässt die Reste seiner Waffe fallen und sackt lautlos neben dem Thron zusammen. Romi steht nun allein vor dem Lord.

Die Stille im Saal ist absolut. Das Blut auf ihrer Haut und dem Leder ihres Anzugs trocknet unter der Glut der Schlacke in den Kanälen zusehends und hinterlässt dunkle, matte Krusten. Das rote Licht fängt sich in den Mustern und lässt sie wie eine Kriegerin aus der Unterwelt erscheinen. Der Lord starrt auf ihr Gesicht, in dem die smaragdgrünen Augen hinter der roten Maske intensiv hell leuchten. Romi spürt das Spannen des trocknenden Blutes auf ihrer Haut. Mit einer langsamen, fließenden Bewegung beugt sie sich zu dem Toten hinab, um sich die Wange und den Mundwinkel mit dem Saum seiner Kleidung sauber zu wischen, bevor sie den Blick wieder unnachgiebig auf den Thron richtet.

Doch sie verschmiert die Flüssigkeit nur weiter. Ein breiter, dunkler Streifen verläuft von ihrer Wange hinab zum Kinn und zieht eine harte Linie durch ihre sonst so ebenmäßigen Züge. Unter dem stumpfen Pony liegen ihre Augen vollkommen ruhig. Weder die hellbraunen Zöpfe auf ihren Schultern noch ihr Blick rühren sich. Sie zeigt keinerlei Abscheu: einfach nur Stille.

Der Lord sieht es. Sein Atem stockt: ein winziger Bruch in seiner Haltung, kaum sichtbar, doch eindeutig. Er sieht ein Kind, das gerade zwei Riesen getötet hat und sich nun das Blut aus dem Gesicht wischt, als wäre es bloßer Ruß.

„Du bist kein Mensch“, krächzt er vor Angst.

Romi antwortet nicht. Ohne den Lord aus den Augen zu lassen, neigt sie ihr Katana und streift das Blut mit einer ruhigen Bewegung am schweren Lederwams des gefallenen Kriegers ab. „Es ist vorbei“, sagt sie leise.