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Die Romi-Saga: Hörproben
Steffis Klangschmiede
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Die Romi-Saga: Klingen des Widerstands
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⚔️ Leseprobe: Klingen im Thronsaal
„Eure Armee ist eine reine Illusion, Lord“, erwidert sie kühl. „Es ist eine Kette aus Sklaven. Und Ketten rosten in der Sonne.“ Der Lord lächelt dünn. „Zeigt ihr, dass Fleisch mehr wert ist als eine Legende.“ Die beiden Riesen setzen sich gleichzeitig in Bewegung. Romi schließt für einen winzigen Moment die Augen. In ihrem Geist hört sie Jeffs Stimme: „Nutze die Trägheit ihres Stolzes. Eisen ist hart, aber spröde, wenn es auf den richtigen Winkel trifft.“ Der linke Kämpfer holt zu einem wuchtigen Schlag aus. Romi tritt einen Schritt in seinen Schlagkreis hinein. Mit einer blitzschnellen Bewegung führt sie ihr rechtes Katana gegen die Flanke seines schweren Eisenschwerts. Ein trockener, scharfer Knack hallt durch den Saal, der minderwertige Stahl zersplittert wie Glas.
Diesen Moment nutzt sie gnadenlos aus. Mit einer fließenden Drehung wirbelt sie herum und zieht das linke Katana in einer aufsteigenden Diagonale durch seinen Brustkorb. Da sie so nah am Gegner steht, bricht eine Welle aus warmem, dunklem Blut über sie herein. Schwere Spritzer treffen ihren schwarzen Kampfanzug und ziehen nasse Spuren über das Gewebe. Auch ihre Hände und die fingerlosen Handschuhe werden von der klebrigen Flüssigkeit überzogen. Der Mann bricht zusammen und ist tot, bevor er den Boden berührt.
Der zweite Kämpfer erstarrt für einen Moment. Sein Blick fixiert ausschließlich das Blut auf Romis Haut und Kleidung. Er sieht die roten Flecken in ihrem Gesicht, und ein animalisches Grollen entweicht seiner Kehle. Seine Wut steigert sich ins Unermessliche; für ihn ist es ein Sakrileg, dass das Blut eines Kriegers ihre Haut befleckt. Er stürzt sich mit blinder Raserei auf sie. Romi liest seinen Zorn. „Deine Wut macht dich berechenbar“, denkt sie kühl.
In der drückenden Hitze der Thronhalle spürt sie bereits, wie das Blut auf ihren Wangen und den Lederpartien ihres Anzugs klebrig wird und zu trocknen beginnt. Es spannt auf ihrer Haut wie eine fremde Maske. Mit ihrem linken Katana fängt sie seine schwere Klinge ein und leitet die Wucht nach unten ab. Das spröde Eisen bricht mit einem hässlichen Kreischen. Noch während die Bruchstücke über den Boden rutschen, vollendet Romi die Bewegung. Ihr rechtes Katana schnellt vor. Ein einziger, hauchdünner Schnitt zieht sich über die Halsschlagader des Riesen. Die Fontäne spritzt direkt in Romis Richtung. Sie bleibt fest verwurzelt stehen. Weitere dunkelrote Punkte sprenkeln ihr Gesicht und ihr Stirnband.
Der Mann lässt die Reste seiner Waffe fallen und sackt lautlos neben dem Thron zusammen. Romi steht nun allein vor dem Lord. Die Stille im Saal ist absolut. Das Blut auf ihrer Haut und dem Leder ihres Anzugs trocknet unter der Glut der Schlacke in den Kanälen zusehends und hinterlässt dunkle, matte Krusten. Aus der Perspektive des Lords ist sie vollkommen verändert. Das rote Licht fängt sich in den Blutkrusten und lässt sie wie eine Kriegerin aus der Unterwelt erscheinen. Er starrt auf ihr Gesicht, in dem die smaragdgrünen Augen hinter der roten Maske fast bösartig hell leuchten.
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📖 Leseprobe: Die Verhandlung
Als sie den Handelsposten erreichen, empfängt sie eine friedliche Atmosphäre aus Kiefernholzduft und dem Mahlen von Pferdekauen. Doch der Frieden wird durch gellende Stimmen gestört. Jeff und Romi halten ihre Pferde in respektvollem Abstand an.
Ein hagerer Bauer und seine Frau stehen verzweifelt vor einem untersetzten Händler namens Gero. Zwischen den Erwachsenen klammern sich zwei Kinder an den Rock ihrer Mutter. Ihre Augen sind tränennass und gerötet, während sie sehnsüchtig auf einen schweren Sack Mehl blicken, den der Händler bereits wieder in den Schatten hinter sich gezogen hat.
„Ein ungleichgewichtiger Kampf“, denkt sie, während sie die Szene beobachtet. „Gier trifft auf Not. Ein klassisches Schlachtfeld des Geistes.“ „Das ist Wucher, Master Gero!“, ruft der Bauer. „Wir haben drei Silbermünzen abgemacht!“Jeff wirft Romi einen kurzen, bedeutungsvollen Blick zu. Es ist eine stumme Aufforderung. Romi gleitet geschmeidig aus dem Sattel. Während sie auf den Stand zutritt, beginnt sie, ihre Atmung zu verlangsamen, genau wie Jeff es gelehrt hat. Werde zum Spiegel, ruft sie sich ins Gedächtnis. Lass sein Ego gegen deine Stille laufen.
„Es scheint, als gäbe es hier ein tiefes Missverständnis bezüglich eurer Abmachung“, beginnt Romi. Ihre Stimme klingt ruhig und sanft. Der Händler funkelt sie an. „Wer seid Ihr? Diese Leute sind für meine Ware schlicht zu arm.“ Romi spürt den Impuls, ihn für seine Kaltherzigkeit zu maßregeln, doch sie unterdrückt ihn sofort. Vollkommene Neutralität. Nur Daten sammeln. Sie nutzt das Spiegeln: „Die Ware übersteigt ihre Mittel?“ „Genau!“, poltert Gero los. „Ich habe Unkosten! Ich muss mein Mehl gewinnbringend verkaufen, selbst wenn eine Familie Hunger leidet!“ Romi nickt langsam und nutzt die Wesensschau: „Es wirkt, als hättet Ihr große Sorge, dass Eure eigenen Unkosten Euer Geschäft ruinieren könnten, wenn Ihr Euch an die alten Preise haltet.“ Der Händler stutzt. Die Aggression in seinen Augen weicht einer Verwirrung. Er fühlt sich zum ersten Mal verstanden, was seine Abwehr lockert. „Natürlich habe ich Sorge! Jeder Tag auf dieser Straße ist ein Risiko.“
Romi macht die tödliche Pause. Sie schweigt. Lass die Stille die Arbeit tun, denkt sie. Der Händler wird unruhig, er weicht ihrem Blick aus. „Hört zu…“, druckst er schließlich herum. „Vielleicht war der Aufschlag ein wenig voreilig.“ Romi setzt zum Ziehen der Giftzähne an: „Ihr denkt jetzt sicher, dass ich eine Fremde bin, die völlig verständnislos gegenüber der harten Arbeit eines Händlers agiert und die Euch bloß um Euren Gewinn bringen will.“ Der Händler blinzelt überrascht. Er ist entwaffnet, stellt Romi fest. Sein hässlichster Gedanke wird ausgesprochen, nun ist dieser Schild für ihn unbrauchbar geworden. „Wie“, stellt Romi die entscheidende offene Frage, „sollen diese Menschen den Winter überstehen, wenn der Handel, auf den sie sich verlassen haben, plötzlich seine Regeln ändert?“ Gero blickt zu den Kindern hinunter. Sein Ego verliert jeglichen Halt. „Ich bin ja ein Mann mit Gewissen“, murmelt er und schiebt den Sack vor. „Vier Silbermünzen. Das Mehl ist dabei.“ Der Bauer zählt hastig die Münzen ab. „Vielen Dank, werte Dame.“ Romi neigt nur leicht den Kopf. „Ein Sieg mit ruhender Klinge“, reflektiert sie. „Es ist eine seltsame Art von Macht.“
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📖 Leseprobe: Die Stille danach
Stille senkt sich über den Dorfplatz, schwerer und dicker als der Staub, der langsam wieder zu Boden sinkt. Romi steht unbeweglich inmitten der Gefallenen. Ihre Klingen sind sauber, das Blut ist durch die Geschwindigkeit der Schnitte und die Reinheit des Stahls einfach vom Metall abgeperlt. Sie atmet ruhig, ihr Puls ist stabil, doch in ihrem Inneren tobt ein Sturm, der jedes Training der Welt weitaus übersteigt.
Sie starrt auf die reglosen Körper im Dreck. Das ist die nackte Realität. Das waren lebendige Gegner. Sie spürt ein kaltes, hohles Gefühl in der Magengrube, das sich wie giftiges Wasser in ihr ausbreitet.
„Ich habe sie ausgelöscht“, denkt sie, und das Gewicht dieser Erkenntnis presst ihr fast die Luft ab.Die Welt um sie herum wirkt plötzlich seltsam fern und unwirklich. Das „Lied des Stahls“, das sie eben noch gehört hat, ist verstummt und hinterlässt eine ohrenbetäubende Leere. Mit einer mechanischen, fast schlafwandlerischen Bewegung führt sie ihre Hände über die Schultern und schiebt die Katanas zurück in die Scheiden auf ihrem Rücken. Das doppelte Klick beim Einrasten der Klingen hallt in ihrem Kopf wider wie ein Urteil.
Jeff reitet langsam auf sie zu. Er zügelt seinen Rappen direkt vor ihr und sieht sie lange an. Er erkennt das leichte Zittern in ihren Fingerspitzen, das sie so mühsam zu unterdrücken versucht, und den fahlen Glanz in ihren Augen.
„Du hast ihnen die Wahl gelassen, Romi“, sagt er leise, und seine Stimme klingt voller Milde. „Vergiss das stets. Dieses Blut lastet allein auf ihrem eigenen Eigensinn.“
Romi sieht zu ihm auf. Ihre Augen wirken riesig in ihrem blassen Gesicht, die Zöpfe hängen leblos an ihren Schultern.
„Es ist so viel schwerer als das Training, Jeff. Die reine Muskelkraft ist nebensächlich, die Stille danach wiegt tonnenschwer. In mir ist plötzlich alles so… leer.“
Jeff nickt verstehend.
„Das ist das Gewicht der Gerechtigkeit. Es ist die Bürde derer, die den Stahl führen müssen, um Leben zu schützen. Diese Leere erinnert dich daran, dass du deine Menschlichkeit tief in dir bewahrst. Nur wer fühlt, bleibt ein Krieger. Wer innerlich vollkommen abstirbt, wird zum Schlächter.“
Um Romi herum bricht das Schweigen des Dorfes, doch es ist ein völlig neuartiger Klang. Es ist ein tiefes, ehrfürchtiges Raunen, das aus den Schatten der Hütten kriecht. Die Bewohner wagen sich näher, bleiben aber in respektvoller Distanz, als stünde sie in einem unsichtbaren Kreis aus Macht.

